Solingen: Freibad Heide bleibt vorerst geschlossen

Solingen: Freibad Heide bleibt vorerst geschlossen
Quelle: Pressestelle der Klingenstadt Solingen

Die Gesundheit und Sicherheit der Badegäste hat für die Stadt oberste Priorität. Daher kann das städtische Freibad Heide entgegen der ursprünglichen Planung Ende Mai noch nicht eröffnet werden.

Die regulären Vorbereitungen für die Freibadsaison sind größtenteils abgeschlossen. Derzeit laufen jedoch weiterhin umfangreiche Beprobungen und Analysen im Zusammenhang mit Polychlorierten Biphenylen (PCB). Diese Stoffe gelten als gesundheitsschädlich und potenziell krebserregend. Im Zuge geplanter Sanierungsmaßnahmen wurden PCB-Rückstände in älteren Lackschichten an Wänden und Böden der Schwimmbecken festgestellt.

Aktueller Stand der Untersuchungen

Für die abschließende Bewertung der Situation werden derzeit unterschiedliche Probenarten untersucht:

  • Materialproben aus den Lackschichten geben Aufschluss darüber, in welchen Bereichen eine PCB-Belastung vorliegt.
  • Wischproben simulieren unter Laborbedingungen den direkten Kontakt und untersuchen, wie sich Schadstoffe bei Berührung mit Haut oder fettigen Substanzen, beispielsweise Sonnencreme, verhalten.
  • Wasserproben dienen der Klärung, ob PCB aus den Materialien in das Beckenwasser übergehen oder ausschließlich in den Beschichtungen verbleiben.

Damit aussagekräftige Ergebnisse erzielt werden können, muss das Wasser zunächst über einen längeren Zeitraum in den Becken verbleiben. Erst nach Vorliegen sämtlicher Untersuchungsergebnisse kann eine fundierte gesundheitliche Bewertung erfolgen und das weitere Vorgehen abgestimmt werden. Mit belastbaren Ergebnissen wird voraussichtlich bis Mitte Juni gerechnet.

Vorbereitungen laufen planmäßig weiter

Unabhängig davon werden sämtliche weiteren Vorbereitungsmaßnahmen konsequent fortgeführt, um zusätzliche Verzögerungen zu vermeiden. Hierzu zählen unter anderem:

  • die Reinigung der Becken,
  • die Reparatur frostbedingter Fliesenschäden,
  • die Überprüfung von Rohrleitungen, Wassertechnik und Filtersystemen,
  • umfangreiche Grünpflegearbeiten,
  • sowie die Wartung der Chlorgasanlage zur Wasserdesinfektion.

Eine Öffnung des Freibads Heide erfolgt erst dann, wenn eine Gefährdung durch Schadstoffe ausgeschlossen und ein sicherer Badebetrieb gewährleistet werden kann.

Sobald neue Erkenntnisse vorliegen, wird die Öffentlichkeit zeitnah informiert.

Hintergrund: Polychlorierte Biphenyle (PCB)

Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind langlebige chlorierte Kohlenwasserstoffe, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Obwohl PCB inzwischen durch internationale Abkommen sowie innerhalb der Europäischen Union verboten sind, fanden sie in der Vergangenheit breite Anwendung – insbesondere in der Bau-, Elektro- und Kunststoffindustrie.

In älteren Gebäuden zählen PCB heute zu den bedeutendsten Gebäudeschadstoffen. Sie wurden unter anderem in Fugendichtungsmassen, Lacken und Farben eingesetzt, die insbesondere in den 1960er- und 1970er-Jahren weit verbreitet waren. Die unteren Lackschichten im Freibad Heide stammen aus dieser Zeit.

Im Verlauf der nahezu 100-jährigen Geschichte des Freibads wurden bei Renovierungsarbeiten wiederholt neue Beschichtungen aufgetragen, wodurch sich ältere belastete Schichten bis heute erhalten haben.

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