Am Morgen des 3. Januar 2026 wurde Berlin von einem der schwersten Stromausfälle seiner jüngeren Geschichte getroffen. Was zunächst wie eine lokale Störung begann, entwickelte sich innerhalb weniger Minuten zu einem flächendeckenden Blackout, der große Teile der Hauptstadt lahmlegte. Über mehrere Stunden – in einigen Bezirken sogar bis zu 18 Stunden – herrschte in Wohnungen, Büros und auf Straßen Dunkelheit. Der Vorfall löste nicht nur Chaos im Alltag der Menschen aus, sondern offenbarte auch gravierende Schwachstellen in der deutschen Energieinfrastruktur.
Der Zeitpunkt des Zusammenbruchs
Gegen 06:47 Uhr meldeten erste Netzbetreiber ungewöhnliche Spannungsschwankungen im Berliner Süden. Nur wenige Minuten später fielen ganze Stadtteile aus – zuerst Neukölln, Tempelhof und Kreuzberg, kurz darauf auch Mitte und Friedrichshain. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) verzeichneten massive Störungen: U-Bahnen blieben in Tunneln stehen, Ampeln fielen aus, und der Straßenverkehr kam weitgehend zum Erliegen.
Etwa um 07:10 Uhr sprach der Netzbetreiber 50Hertz erstmals offiziell von einer „kritischen Netzinstabilität“, die auf Probleme im überregionalen Hochspannungsnetz zurückzuführen sei. Gegen 07:30 Uhr war fast das gesamte Stadtgebiet betroffen.
Ursachenanalyse
Die ersten Untersuchungen ergaben, dass der Ausfall mit einer technischen Störung im Umspannwerk Wuhlheide begann. Dieses zentrale Umspannwerk verbindet mehrere Hochspannungsleitungen, die Berlin mit dem brandenburgischen Umland versorgen.
Nach Informationen aus internen Berichten kam es zu einem Transformatorbrand, ausgelöst durch eine Kette von Überlastungen, die wiederum auf eine Softwarefehler in der automatischen Lastverteilung zurückzuführen waren. Der Fehler führte zu einer Übersteuerung, wodurch Schutzmechanismen in benachbarten Anlagen aktiviert wurden – ein Dominoeffekt, der schließlich das gesamte Berliner Stromnetz in den Notbetrieb zwang.
Untersuchungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) prüfen auch einen möglichen Cyberangriff, da zur gleichen Zeit in mehreren europäischen Regionen ähnliche, jedoch kleinere Netzschwankungen gemeldet wurden. Konkrete Beweise lagen bis Redaktionsschluss jedoch nicht vor.
Auswirkungen auf den Alltag
Der Blackout traf Berlin an einem Werktag – einer Zeit, in der Millionen Menschen auf Strom angewiesen sind. Die Folgen waren entsprechend gravierend:
- ÖPNV: U-Bahn und Straßenbahnen standen still, nur Buslinien fuhren teilweise mit Verspätungen.
- Verkehr: Keine Ampeln, keine Tunnelbeleuchtungen, Verkehrschaos auf Hauptstraßen und Unfälle aufgrund ausgefallener Signaltechnik.
- Kommunikation: Mobilfunknetze blieben in den ersten zwei Stunden teils funktionsfähig, brachen jedoch später durch Überlastung und fehlende Netzspannung ein.
- Wasserversorgung: Pumpenanlagen waren nur eingeschränkt in Betrieb, in höheren Etagen versiegte zeitweise das Leitungswasser.
- Krankenhäuser: Notstromaggregate sprangen an, doch einige kleinere Einrichtungen mussten Patienten verlegen.
- Supermärkte & Gastronomie: Kühlketten unterbrochen, elektronische Kassensysteme ausgefallen.
In sozialen Medien dokumentierten Einwohner die dramatischen Szenen: Menschen, die bei Minusgraden an Bushaltestellen ausharrten, Krankenwagen im Dauerbetrieb und Polizisten, die an Kreuzungen den Verkehr regelten – improvisiert und oft ohne Funkverbindung.
Wirtschaftliche Schäden
Schätzungen der Berliner Handelskammer sprechen von einem wirtschaftlichen Schaden zwischen 200 und 300 Millionen Euro, verursacht durch Produktionsstillstände, Datenausfälle und Verderb von Lebensmitteln in der Logistik. Besonders betroffen waren Rechenzentren und Medienunternehmen, deren Prozesse auf unterbrechungsfreie Energie angewiesen sind.
Zwar verfügen viele Firmen über USV-Anlagen und Generatoren, doch deren Laufzeit beträgt meistens nur wenige Stunden – zu kurz für einen 10- bis 18-stündigen Ausfall. Auch Banken und Behörden meldeten Ausfälle bei Online-Diensten und Telefonanlagen.
Reaktionen von Politik und Bevölkerung
Der Berliner Senat berief noch am selben Tag eine Krisensitzung ein. Innensenatorin Katharina Spaak (SPD) versprach eine gründliche Aufklärung und forderte eine Taskforce zur Netzsicherheit. Medien bezeichneten den Vorfall schnell als "Blackout 2026".
Die Bevölkerung reagierte mit einer Mischung aus Ärger, Angst und gegenseitiger Hilfe. Nachbarn teilten Kerzen und Powerbanks, während lokale Bäckereien ihre Backöfen mit Gas betrieben und kostenlos Frühstück verteilten. Gleichzeitig stiegen Hamsterkäufe in Supermärkten sprunghaft an, besonders bei Batterien, Wasser und Konserven.
Wiederherstellung der Stromversorgung
Gegen 16:40 Uhr gelang es 50Hertz und den Berliner Stadtwerken, erste Bezirke wieder an das Netz anzuschließen. Priorität hatten Krankenhäuser, Polizei und Feuerwehr. Bis in die Nacht auf den 4. Januar war die Stromversorgung in 90% der Stadt wiederhergestellt.
Techniker arbeiteten rund um die Uhr, um beschädigte Transformatoren zu ersetzen und Übertragungsleitungen neu zu synchronisieren. Der vollständige Normalbetrieb wurde laut offiziellen Angaben am 5. Januar um 08:30 Uhr wieder aufgenommen.
Konsequenzen und Lehren
Der Vorfall von 2026 gilt nun als Weckruf für die deutsche Energiepolitik. Experten mahnen seit Jahren, dass das Stromnetz an seiner Belastungsgrenze arbeitet – durch Elektromobilität, Wärmepumpen und den wachsenden Energiebedarf der Datencenter.
Folgende Maßnahmen wurden nach dem Blackout beschlossen:
- Ausbau zusätzlicher Netzverbindungen zu Brandenburg und Sachsen-Anhalt.
- Einführung neuer EU-weiter Monitoring-Systeme für Energieflüsse.
- Förderung kommunaler Krisenpläne für Notstromversorgung.
- Neue Vorschriften für Netzbetreiber zur Sicherung kritischer Infrastruktur gegen Cyberangriffe.
Stimmung nach der Krise
Eine Woche nach der Rückkehr zur Normalität blieb die Verunsicherung groß. In Gesprächen auf den Straßen, in Radiointerviews und Onlineforen zeigte sich, dass viele Berliner das Vertrauen in die Stabilität des Systems verloren hatten. Dabei wurde deutlich, wie abhängig das städtische Leben von einer kontinuierlichen Stromversorgung ist – von der Ampel über den Geldautomaten bis zum WLAN-Signal.
Doch es gab auch positive Stimmen: Die spontane Hilfsbereitschaft vieler Bürger, das Engagement der Feuerwehr und die improvisierte Krisenkommunikation über analoge Radiokanäle zeigten, dass Berlin selbst in Dunkelheit zusammenhält.