Solingen: Rat beschließt vertiefte Machbarkeitsstudie für Theater und Feuerwachen

Solingen: Rat beschließt vertiefte Machbarkeitsstudie für Theater und Feuerwachen
Quelle: Pressestelle der Klingenstadt Solingen

Drei Zukunftsszenarien für das Theater und Konzerthaus sowie die Solinger Feuer- und Rettungswachen sollen nun detailliert untersucht werden. Auch Politik und Stadtgesellschaft werden in den weiteren Prozess einbezogen.

Der Rat der Stadt Solingen hat mit deutlicher Mehrheit die Beauftragung einer vertieften Machbarkeitsstudie zur Zukunft des Theater und Konzerthauses sowie der Feuer- und Rettungswachen beschlossen. In der Ratssitzung am Donnerstag, 1. Oktober 2026, stimmten 66 der 80 anwesenden Ratsmitglieder für das weitere Vorgehen. Grundlage ist die im Sommer vorgelegte Szenarienstudie des Architekturbüros LRO. Drei der darin entwickelten Varianten sollen nun genauer untersucht werden.

Eine endgültige Entscheidung über Sanierung oder Neubau ist damit noch nicht gefallen. Die Machbarkeitsstudie soll vielmehr belastbare Grundlagen zu Kosten, technischen Anforderungen, städtebaulichen Auswirkungen und langfristigen Perspektiven liefern.

Oberbürgermeister Daniel Flemm sieht in dem Ratsbeschluss einen ersten wichtigen Schritt für die künftige Entwicklung der Solinger Kulturlandschaft und der Feuerwehr. Ziel sei es, die bisherigen Erkenntnisse weiter zu vertiefen und auf dieser Grundlage faktenorientierte und ergebnisoffene Entscheidungen zu ermöglichen.

Drei Varianten werden vertieft untersucht

Generalsanierung des bestehenden Theater und Konzerthauses

Die erste Variante sieht vor, das Theater und Konzerthaus am heutigen Standort am Schlagbaum zu erhalten und umfassend zu sanieren.

Dabei sollen unter anderem Gebäudetechnik, Brandschutz, Statik und Energiekonzept modernisiert sowie vorhandene Schadstoffe beseitigt werden. Auch die Innen- und Außenbereiche sollen aufgewertet und das Gebäude zeitgemäß weiterentwickelt werden.

Zusätzlich soll untersucht werden, welche erweiterten Nutzungsmöglichkeiten das bestehende Gebäude künftig bieten könnte.

Für die Feuerwehr würde bei dieser Variante grundsätzlich am bisherigen Drei-Wachen-Konzept festgehalten. Parallel dazu soll der Masterplan Feuerwehr überarbeitet werden.

Neubau auf dem Omega-Gelände am Südpark

Als zweite Möglichkeit wird der Neubau eines Theater und Konzerthauses auf dem Omega-Gelände nahe des Südparks geprüft.

Dabei könnten die dort vorhandenen historischen Industriehallen in das neue Kulturgebäude integriert und durch moderne Gebäudeteile ergänzt werden. Als vergleichbares Konzept wird die Jahrhunderthalle in Bochum genannt.

Das heutige Gelände des Theater und Konzerthauses am Schlagbaum könnte anschließend für eine neue Zentralwache der Feuerwehr genutzt werden. Dort würden die bisherigen Feuer- und Rettungswachen am Frankfurter Damm und an der Katternberger Straße zusammengeführt.

Die Wache an der Brunnenstraße bliebe als Nebenwache bestehen.

Neues Kulturzentrum am Fronhof

Die dritte Variante sieht einen Neubau in zentraler Innenstadtlage vor. Auf dem Gelände des derzeit leerstehenden ehemaligen P&C-Gebäudes am Fronhof könnte ein neues Kultur- und Veranstaltungszentrum entstehen.

Das bestehende Gebäude würde dafür abgerissen. Vorgesehen ist unter anderem ein multifunktionaler Saal, der sowohl für Theateraufführungen als auch für Konzerte genutzt werden könnte.

Auch bei dieser Variante würde auf dem bisherigen Theatergelände am Schlagbaum eine neue Zentralwache der Feuerwehr entstehen. Die Feuerwache an der Brunnenstraße bliebe ebenfalls als Nebenwache erhalten.

Kosten, Verkehr und Stadtentwicklung im Fokus

Die nun geplante Machbarkeitsstudie soll deutlich detaillierter ausfallen als die bisherige Szenarienbetrachtung.

Untersucht werden unter anderem die zu erwartenden Investitionskosten und langfristigen finanziellen Auswirkungen, technische Anforderungen der jeweiligen Standorte sowie die Möglichkeiten für den künftigen Kulturbetrieb.

Darüber hinaus sollen die Auswirkungen auf den Verkehr und die städtebauliche Entwicklung der Nordstadt, Innenstadt und Südstadt betrachtet werden.

Während der Untersuchungen soll der Betrieb des Theater und Konzerthauses zunächst wie gewohnt weiterlaufen.

Entscheidung über künftigen Weg für 2027 geplant

Die Ergebnisse der vertieften Machbarkeitsstudie werden nach derzeitiger Planung gegen Ende des zweiten Quartals 2027 erwartet.

Auf Basis dieser Ergebnisse soll anschließend ein Grundsatzbeschluss darüber gefasst werden, welche Variante für das Theater und Konzerthaus sowie die Feuer- und Rettungswachen tatsächlich weiterverfolgt wird.

Erst danach sollen die konkreten Detailplanungen beginnen und die Voraussetzungen für eine spätere bauliche Umsetzung geschaffen werden.

Politik und Stadtgesellschaft sollen beteiligt werden

Auch die Solinger Politik und die Bevölkerung sollen in den weiteren Prozess eingebunden werden.

Ein Lenkungskreis mit Vertreterinnen und Vertretern der Ratsfraktionen soll die Untersuchungen begleiten und unter anderem Ideen, Anforderungen und Anregungen in die Planungen einbringen.

Darüber hinaus sind Beteiligungsformate für die Solinger Stadtgesellschaft vorgesehen. Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei auf Kindern und Jugendlichen liegen. Erste entsprechende Beteiligungsangebote sind nach Angaben der Stadt bereits für die Herbstferien geplant.

Erheblicher Sanierungsbedarf bei Theater und Feuerwachen

Handlungsbedarf besteht sowohl beim Theater und Konzerthaus als auch bei mehreren Solinger Feuer- und Rettungswachen.

Das Theater und Konzerthaus stammt aus den frühen 1960er-Jahren und weist inzwischen erheblichen Sanierungsbedarf auf. Insbesondere beim Brandschutz und bei der Haustechnik sind umfangreiche Maßnahmen erforderlich. Hinzu kommt die Schadstoffproblematik: Bei größeren Umbauarbeiten besteht nach Angaben der Stadt das Risiko, dass vorhandener Asbest freigesetzt wird. Dies könnte Auswirkungen auf den weiteren Kulturbetrieb haben.

Auch die Feuer- und Rettungswachen an der Katternberger Straße und am Frankfurter Damm sind inzwischen rund 80 Jahre alt. Die Gebäude befinden sich in einem schlechten baulichen Zustand und entsprechen in wesentlichen Bereichen nicht mehr den Anforderungen moderner Feuerwehr- und Rettungsdienstarbeit.

Mit dem Ratsbeschluss vom 1. Oktober ist daher noch keine endgültige Entscheidung über Sanierung, Abriss oder Neubau gefallen. Festgelegt wurde zunächst, welche drei Varianten detailliert untersucht werden sollen. Die eigentliche Richtungsentscheidung soll nach Vorlage der Machbarkeitsstudie im Jahr 2027 getroffen werden.

Großartig! Als nächstes vollständige Kasse für vollen Zugriff auf Brovenco.
Willkommen zurück! Sie haben sich erfolgreich angemeldet.
Sie haben Brovenco erfolgreich abonniert.
Erfolg! Ihr Konto ist vollständig aktiviert, Sie haben jetzt Zugriff auf alle Inhalte.
Erfolg! Ihre Zahlungsinformationen wurden aktualisiert.
Ihre Abrechnung wurde nicht aktualisiert.