Solingen: Gedenken an die Opfer des Fronhof-Attentats

Solingen: Gedenken an die Opfer des Fronhof-Attentats
Quelle: Pressestelle der Klingenstadt Solingen

Am Sonntagabend haben Solingerinnen und Solinger gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung, Kirche und Zivilgesellschaft der Opfer des Attentats auf dem Fronhof vom 23. August 2024 gedacht. Zwei Jahre nach dem Anschlag, der die Stadt tief erschüttert hat, kamen rund 150 Menschen an der Evangelischen Stadtkirche zusammen, um gemeinsam innezuhalten und ein Zeichen des Zusammenhalts zu setzen. Unter den Teilnehmenden waren Angehörige der Opfer, Betroffene, Einsatzkräfte von damals sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung. Zu den Gästen gehörte auch Ministerpräsident Hendrik Wüst, der ebenso wie Oberbürgermeister Daniel Flemm eine kurze Ansprache hielt.

Überdies waren NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur, NRW-Integrationsministerin Verena Schäffer und NRW-Justizminister Dr. Benjamin Limbach nach Solingen gereist, um an der Gedenkveranstaltungen teilzunehmen.

„Der Hass hat niemals das letzte Wort“

Um 21.30 Uhr begann die zentrale Zusammenkunft am Gedenkstein vor der Kirche. Superintendentin Dr. Ilka Werner und die Vorsitzende des Solinger Katholikenrats Dr. Ulrike Spengler-Reffgen eröffneten den Abend mit einem liturgischen Impuls, bevor Oberbürgermeister Daniel Flemm zu den Anwesenden sprach.

„Zwei Jahre sind vergangen. Wir sind heute hier, um zu erinnern, um Raum für Trost zu schaffen, um vereint Seite an Seite zu stehen“, sagte Flemm. Der Oberbürgermeister sprach den Betroffenen, Familien und Angehörigen der Opfer des Attentats sein tiefes Mitgefühl aus. Ebenso dankte er den Einsatz- und Rettungskräften sowie zahlreichen Helferinnen und Helfern, die am Abend des Anschlags den Menschen beigestanden hatten – erst im Juli waren sechs Solingerinnen und Solinger und eine Frau aus Münster mit der Rettungsmedaille des Landes dafür ausgezeichnet worden: „Sie haben ohne Zögern Verantwortung übernommen.“ Zugleich appellierte Flemm an den Zusammenhalt der Solinger Stadtgesellschaft: „Wir lassen uns von niemandem gegeneinander aufbringen. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir leben unsere Freiheit und tun das Möglichste, um sie zu schützen.“ Er betonte:  „Der Hass hat niemals das letzte Wort.“

Schweigeminute zum Tatzeitpunkt

Um 21.37 Uhr – dem Zeitpunkt des damaligen Anschlags – gedachten die Anwesenden mit einer gemeinsamen Schweigeminute der Menschen, die vor zwei Jahren während der Feier zum 650-jährigen Stadtjubiläum Opfer des Messerangriffs auf dem Fronhof wurden. Drei Menschen wurden damals getötet, acht weitere teils schwer verletzt.

„Hass und Gewalt dürfen niemals eine Chance haben in unserem Land“

Im Anschluss an die Gedenkminute ergriff Ministerpräsident Hendrik Wüst das Wort. Auch er sprach den Familien und Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus und betonte: „Mich erfüllt dieser Akt des Terrors auch zwei Jahre später mit Trauer und mit Schmerz. Trauer um die drei Menschen, die mitten aus dem Leben gerissen wurden. Schmerz angesichts der Folgen, die die Opfer und Angehörigen seit zwei Jahren erleiden. Mich erfüllt die Erinnerung an diesen Terrorakt aber auch mit Entschlossenheit. Entschlossenheit, für unsere freiheitliche Art zu leben einzutreten. Hass und Gewalt dürfen niemals eine Chance haben in unserem Land.“ Solingen habe gezeigt, was eine solche Stadt einem solchen Angriff entgegensetzen könne. „Menschen in Solingen haben dem Hass und der Gewalt Zusammenhalt und Solidarität entgegengesetzt. Solingen zeigt damit, was eine freie Gesellschaft stark macht.“

Ganztägiges Programm

Die zentrale Gedenkveranstaltung am Abend markierte zugleich den Abschluss des ganztägigen Programms zum zweiten Jahrestag des Anschlags. Bereits am Vormittag hatte in der Evangelischen Stadtkirche ein thematischer Gottesdienst stattgefunden, der mit einer Kranzniederlegung am Gedenkstein endete. Am frühen Abend folgte eine Dialogveranstaltung im Bürgersaal der Stadtkirche, gestaltet gemeinsam mit der Konfliktakademie ConflictA der Universität Bielefeld.

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